ARCHIV - BILDER UND BERICHTE

Heimatabend Trachtengruppe Hettiswil

15./16. November 2018


Als Meister der Satire entpuppten sich die Mitglieder der Trachtengruppe Hettiswil zusammen mit der Projektgruppe an ihrem Heimatabend.

Zum Thema «Mis u dis Gärtli» inszenierten sie Tanz, Gesang und Spiel in einem possenreichen und bunten Bühnenspektakel.

 

Regie führte Christof Bühler. Als Singleiterin zeichnete Tabea Plattner verantwortlich. Die Leitung der Tänze oblag Margret Maeder und Doris Haas. Die perfekte instrumentale Begleitung gelang dem Schwyzerörgeliquartett «Campagna», verkleidet als witzige Gartenzwerge mit roten Zipfelmützen.

Nach jeder Satire wurden bunte passende Lieder gesät,

«Anelli wo bisch geschter gsi» «Mein kleiner grüner Kaktus»  «Mys chlyne Veieli» «Nachem Räge schint d’Sunne» «Dr Rägewurm» «Der Heimatvogel» wie auch der «Zuespruch» mit dem besungen Unkraut von Simon Gfeller. Um den Garten lebendig zu gestalten wurden Tänze gepflanzt, «Vor em Hus im Gärtli» «Nüsslisalat» «Veieliwalzer» «Rägeschottisch» «Kaffeschottisch» und «Ufem Fyrabebänkli».

Die reiche Ernte vom Garten spiegelte sich wunderbar dekoriert auf den Tischen.

 

Spassiges Gärtnerlatein
Ein bisschen dem «richtigen Leben» abgeschaut waren die Freuden und Leiden der Gemüse-, Blumen- und Hobbygärtner/innen. Das Arrangement mit Schnecken und Unkraut wurde in altbekannten Liedern besungen, Vergleiche beim Blick über den Gartenhag in beissender Satire verhandelt. Ein Angriff auf die Lachmuskeln gelang mit der philosophischen Betrachtung über die Nachbarshunde Sokrates, Nietzsche und Schopenhauer. Die Analyse über deren Hinterlassenschaften verband und entzweite Nachbarn und liess nur den Schluss zu: «Es isch wies isch u muess wäg», was dann auch mittels rotem Robidogsäckli geschah.

Heuchelei und echte Bewunderung über das, was wer wann wo gepflanzt hat, erheiterte in urchigem Bärndütsch das Publikum im restlos ausverkauften Ortszentrum Rüedismatt in Krauchthal.

 

Parodie
Parodiert wurden Lebensgeschichten auf dem Bänkli im Garten. Und die Performance über Gartengemüse war vom Rüebli über Lauch, Tomate oder Krautstiele ein Heidenspass. «Das chönnti Garten-Yoga si», vermutete eine Besucherin. Die Reigen und Tänze, in denen die Trachtenfrauen Tradition und Brauchtum verbanden, beeindruckten mit ihrer Choreografie, ihrer Ursprünglichkeit und ihrer Schönheit. Es entstanden starke Bilder und bleibende Eindrücke – Sprache Gesang, Tanz und Musik gingen ins Herz. Sie weckten Heimatgefühl und Lebensfreude.

 

Text: Silvia Mosimann, Monika Kobel

Bilder: Markus Klimmek